Die Menschen, die im Zweiten Weltkrieg bereits erwachsen waren, hatten teilweise schon als Kinder den Ersten Weltkrieg miterlebt. Beide Kriege und die gesamte Weltwirtschaftslage brachten Hunger, starke Ressessionen, Inflation, und erhebliche Einschränkungen mit sich. Schwarzmarkt war ein in diesen Zeiten gängiges Wort. Wer Bekannte oder gar Familie auf dem Land hatte, konnte sich meist glücklich schätzen. Trotzdem brauchte man Tauschobjekte, vor allem in Zeiten, in denen man sich von einem Tagesverdienst noch nicht mal mehr ein Brötchen kaufen konnte, weil die Inflation davongaloppierte.

Tauschen als Überlebensmöglichkeit

Tauschobjekte waren beispielsweise Besitztümer, die man teilweise seit Generationen in der Familie hatte. Man tauschte Tassen gegen Eier, Schränke gegen Fleisch, Schmuck gegen Kleidung. Natürlich mussten die Gegenstände auch für den, der die Lebensmittel oder andere Waren ungern hergeben wollte, interessant und wertvoll genug sein. Gebrauchsgegenstände wurden also gut behandelt, weil es immer mal eine Möglichkeit geben konnte, sie gegen andere, mehr benötigte Waren einzutauschen.

Selbermachen mit einfachen Mitteln

Als der Zweite Weltkrieg beendet war und der Alltag langsam wieder ein Alltag wurde, wollten die Menschen auch wieder normal leben. Sie sahen in Zeitschriften und Filmen Dinge, die sie sich nicht leisten konnten, weil einfach das Geld dafür nicht da war, oder weil es die Waren schlichtweg im eigenen Land nicht gab. Aber es gab andere Sachen, die man umwidmen konnte. Die Karton-Trommel, in der das Waschmittel gekauft worden war, wurde mit Folie beklebt und als Wäschetonne oder Mülleimer verwendet. Findige Bastler bauten ein Metallgestell und setzten eine Bohrmaschine mit selbstgebauten Messern darauf – der Rasenmäher war geboren.

Die Nachkriegsgeneration wuchs damit auf, dass alles dreimal umgedreht und noch einmal anders genutzt wurde. Es wurde gestrichen, beklebt, geleimt. Die danach folgenden Genrationen wuchsen in einer Wirtschaftslandschaft auf, in der nicht nur die Produzenten des eigenen Ortes, sondern die verschiedener Länder in den Wettstreit traten. Jeder stellte noch billiger und noch mehr her. Damit verlor sich schnell das Interesse daran, alte Sachen wieder zu verwenden. Weshalb alt, wenn es neu geht?